Die Sage vom Riesen Kämpegraft

In alter Zeit soll es zwei Riesen gegeben haben, der eine wohnte in Leck, der andere in Karlum.

Eines Tages bekamen die beiden Streit miteinander, weil einer dem anderen die Höhe des Kirchturms nicht gönnte. Sie stellten sich abwartend und kampfbereit hinter ihren Kirchturm, und jeder hatte sich einen großen Felsen bereit gelegt, den er auf den anderen schleudern wollte.

Als der Karlumer Riese seinen Lecker Kumpanen hinter dem Turm bemerkte, hob er den Felsen und schleudert ihn mit aller Kraft auf ihn. Leider erreichte der Fels sein Ziel nicht, und stürzte nördlich des Ortes in die Wiese. Der Lecker Riese amüsierte sich über den Fehlwurf und lachte so laut, dass die Menschen es in Karlum hören konnten. Ängstlich verkrochen sie sich in ihren Häusern.

Jetzt hob der Lecker Riese seinen Felsen, der so groß wie ein Scheunentor war. Aufschreiend wie ein Stier schleuderte er ihn auf den Karlumer Riesen, doch dieser konnte rechtzeitig ausweichen und wurde nicht getroffen. Dafür aber traf er den Turm der Karlumer Kirche, der mit lautem Krachen zusammen stürzte. Seit der Zeit hat die Kirche nur einen kleinen Turm, denn einen größeren konnten sich die Karlumer nicht leisten.
Der Lecker Riese freute sich riesig über seinen Erfolg und äußerte den Wunsch, unter dem Felsen begraben zu werden, den der Karlumer Riese geworfen hatte. Es wurde ihm gewährt.

Viele Jahre lag der Fels in der Wiese, und die Bürger gingen oft zu ihm, um die riesigen Fingerabdrücke des Karlumer Riesen im Fels zu bewundern. Aus Ehrfurcht gaben sie dem Ort den Namen KÄMPEGRAFT, das Grab des Riesen.

Heute heißt die Straße, die zum Bürgerpark führt, Kempergraben… Den Fels des Karlumer Riesen und das Grab des Lecker Kämpen gibt es nicht mehr…. Aber vielleicht ist dort, an der Straße Richtung Karlum, noch die Senke zu sehen, wo der Fels einst gelegen hat?

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