5. Türchen: Heute ist internationaler Tag des Ehrenamtes

Heute ist der „Internationale Tag des Ehrenamtes“ – das ist ein jährlich am 5. Dezember abgehaltener Gedenk- und Aktionstag zur Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements. Er wurde 1985 von der UN mit Wirkung ab 1986 beschlossen. In Deutschland ersetzt er de facto den Tag des Ehrenamts, der früher am 2. Dezember begangen wurde. An diesem Tag wird auch der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an besonders engagierte Personen vergeben.

Gerade in Leck ist mir aufgefallen, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren.  Ich bin schon in meiner Jugend ehrenamtlich unterwegs gewesen, habe nach meiner Berufsausbildung ältere Menschen im Viertel meiner Heimatstadt zu Geburtstagen besucht oder habe in der Kirchengemeinde die Kinderkirche gemacht. Für mich war das selbstverständlich, weil es Spaß machte, weil man tolle Menschen kennen lernte und weil man anderen etwas wiedergeben kann von dem, was einem selbst gegeben wurde.

Warum engagiert man sich freiwillig?

„Es gibt Untersuchungen der OECD, wonach Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, eine bessere Gefühlsbilanz haben und eine höhere Zufriedenheit. Ehrenamt ist eine ganz wichtige Sache, denn man kann die Zeit sinnvoll nutzen – und zwar eigenbestimmt.“, sagt Karlheinz Ruckriegel in einem Interview der Süddeutschen Zeitung. Vielleicht istd as der Schlüssel dazu, dass bei uns im hohen Norden so viele Menschen sich freiwillig in den Dienst der guten Sache stellen. Schließlich wurde gerade erst wieder im Glücksatlas der Deutschen Post bestätigt, dass die Schleswig-Holsteiner und  Hamburger die glücklichsten Bundesbürger sind.

Ich finde das besonders erfreulich, gerade in diesem Jahr. Aber auch gerade jetzt wird mir bewusst, wie eingeschränkt das ehrenamtliche Leben durch Corona ist. Die Nachmittagsveranstaltungen des DRK, Handarbeits- und Spielnachmittage, fallen seit März aus. Die Jugendfeuerwehr kann ihre Dienstabende nicht abhalten, in denen die Jugendlichen neben der schönen Gemeinschaft miteinander das kleine 1 x 1 der Feuerwehr lernen und auf Leistungsprüfungen vorbereitet werden,d amit sie später einmal in der großen Wehr mitarbeiten können. Der Bürgerfestverein ist seit dem Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr quasi arbeitslos – alles das, was die großen Veranstaltungen wie Augartenparty und Bürgerfest auszeichnet, ist nur durch ehrenamtliche Arbeit möglich.

Die Vereine, die Veranstaltungen durchführen konnten, wie zB das Leck-Huus mit seinen Terrassenkonzerten oder die Musikfreunde Leck, mussten das in diesem Jahr mit noch größeren Anstrengungen tun. Es galt, neue Ideen und Konzepte zu erfinden und kreativ zu werden. Der Handels- und Gewerbeverein Leck und Umgebung e.V. zeigt das gerade aktuell mit seinen Angeboten zur Vorweihnachtszeit – auch ohne Weihnachtsdorf sind da tolle Ideen entstanden. Die Kirchengemeinde Leck hat ziemlich schnell nach dem Lockdown damit begonnen, jeden Abend eine Abendandacht über Facebook zu streamen. In Zeiten wie diesen kommt man bis an den Rand seiner Kräfte und manchmal auch darüber hinaus. Auch das kann Glücksgefühle auslösen.

Ich möchte mich ehrenamtlich engagieren, weiß aber nicht wie und wo!

Auf der Website der Gemeinde Leck sind alle Vereine und Institutionen mit Bezug zu Leck aufgeführt. Bei vielen kann man ganz einfach mitmachen und etwas für sich tun, zB beim Filmclub oder beim Geschichtsverein. Bei vielen anderen kann man auch etwas für andere und sich selbst tun – da fällt mir der Bürgerbus Ladelund ein, dort werden zB ehrenamtliche Fahrer gesucht. Die Südtondern Tafel sucht ebenfalls aktive Menschen, die bei der Abholung und Ausgabe der Lebensmittel unterstützen.

Ehrenamtlich unterwegs zu sein, heißt, sich mit seinen Gaben und Fähigkeiten in eine gute Sache einzubringen.

Ich unterstütze den Bürgerfestverein Leck ehrenamtlich als Beisitzerin für Öffentlichkeitsarbeit. Für den Geschichtsverein Leck und den Sozialverband Klixbüll-Bosbüll-Tinningstedt mache ich die Websiten. Auch beim Bürgerbus Ladelund und bei den Landfrauen unterstütze ich in Sachen Internetpräsenz. Für verschiedene Tierschutzorganisationen mache ich vor der Vermittluing eines Hundes die Vorkontrolle, d.h. ich überzeuge mich bei einem Besuch davon, dass die Voraussetzungen, damit der Hund bei dem Interessenten ein glückliches Leben haben kann, stimmen. Ich war schon Schriftführerin, Kassenwartin oder Vorsitzende in verschiedenen Vereinen – bei manchen bin ich auch nur passives Mitglied, wie zB der Freiwilligen Feuerwehr Klixbüll-Bosbüll.

Das Schöne beim Ehrenamt ist, dass man sich dafür selbst entscheidet, wie man sich einbringen kann. Niemand wird zwangsverpflichtet, Eintritt und Austritt sind freiwillig.

Und was kannst du so?